Doktor-Eisenbarth-Mittelschule Oberviechtach
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Fiona, Susanne und Doris: Was kommt nach dem Abschluss an der Mittelschule?

Für 62 Entlassschüler der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule beginnt eine neue Ära. Die meisten starten eine Berufsausbildung, andere drücken weiterhin die Schulbank, einige sogar bis zum Abitur. Wir fragten drei Absolventinnen nach ihren Zielen.

Der Prüfungsstress ist Vergangenheit, ebenso die Schulzeit im Kreise der vertrauten Klassenkameraden. Die drei jungen Frauen, die gut gelaunt in der Lokalredaktion vorbeischauen, haben das Abschlusszeugnis der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule Oberviechtach (DEMO) in der Tasche. Alle drei mit einer "Eins" vor dem Komma, und so strahlen sie eine gewisse Zufriedenheit über das Erreichte aus.

Fiona Bauer aus Pfreimd, die schon seit etlichen Jahren die Mittelschule in Oberviechtach besucht, hat den qualifizierenden Abschluss in der Tasche. Sie wechselt ab dem neuen Schuljahr in die M 10, um den Mittleren Schulabschluss abzulegen. Ihr Berufsziel: Fachlehrerin für Ernährung und Versorgung. Dafür will sie das Fachabitur an der Fachoberschule (FOS) ablegen, und auch noch das Abitur (allgemeine Hochschulreife) nachschieben. "Wenn schon, denn schon", meint die 15-Jährige selbstbewusst, die bei der Abschlussfeier mit einer überzeugenden Ansprache auffiel.

Auch Susanne Trißl (16) aus Oberviechtach wird weiterhin die Schulbank drücken. Die M 10-Absolventin will Erzieherin werden und besucht dafür zunächst die Fachoberschule in Schwandorf. "Ich wechsle jetzt ins Soziale", berichtet sie lachend. An der Mittelschule hatte sie den Technik-Zweig gewählt. Drei Praktika haben die Berufswahl erleichtert: Obwohl ihr Ergotherapie und Lerntherapie auch gut gefallen haben, war sie von den Tagen im Kindergarten Tännesberg besonders angetan.

Doris Köppl (15) aus Lampenricht hatte ebenfalls Glück mit der Wahl ihrer Praktikumsplätze. Sie hat gleich fünf absolviert, von der Tierpflegerin bis zur Bäckerin. Am besten gefiel es ihr bei einem Bauträgerunternehmen in Oberviechtach: Hier kann sie ab September die Ausbildung zur Bauzeichnerin starten. "Im räumlichen Denken war ich schon immer gut", sagt die Klassenbeste der 10A-MG.

"Seit es den M-Zug gibt, sind immer alle Absolventinnen und Absolventen in Ausbildungsberufen beziehungsweise an weiterführenden Schulen untergekommen, so auch heuer", sagt Schulleiter Werner Winderl. Entweder über eine besondere Klasse am Gymnasium oder über die Fachoberschule machen ehemalige Mittelschüler "ihren Weg" bis hin zum Abitur mit anschließendem Studium. Die Mehrheit gehe jedoch in die Ausbildung. "Die Jugendlichen sind bei den Betrieben sehr begehrt", stellt der Rektor fest, "das führt nicht selten dazu, dass M-Schüler bereits nach der neunten Klasse von den Betrieben abgeworben werden." Schließlich laufe der Unterricht praxisorientiert und mit sehr vertiefter Berufsorientierung ab.

Die Coronapandemie hatte auch Auswirkungen auf die Abschlussklassen 2022. "Viele waren verunsichert oder vermissten die Strukturen des Präsenzbetriebes", weiß Werner Winderl. Entgegen dem Schuljahr 2020/21 blieben die Schüler im gerade zu Ende gegangenen Schuljahr aber von längeren Teilschließungen verschont. Wie haben Fiona, Doris und Susanne die Zeit erlebt? "Die Lehrer haben mit uns noch einmal Deutsch, Mathe und Englisch durchgepaukt. Wir sind dann bei den Prüfungen im Mai und Juni sehr gut durchgekommen", berichtet Fiona Bauer. Doris Köppl fand neue Themen im Distanzunterricht schwieriger: "Besonders Mathe konnten die Lehrer in der Schule besser erklären."

Während sich Doris Köppl auf ihre Ausbildung und "aufs Geldverdienen" freut, wollen sich auch Susanne und Fiona neben der Schule künftig etwas dazuverdienen. "Ich hab ab September einen Nebenjob", verrät Fiona Bauer. Zwei Stunden am Tag wird sie an der Fleischtheke in einem Einkaufsmarkt stehen. Auch Susanne Trißl will sich einen Job suchen, aber noch abwarten, wie sich der Start an der FOS Schwandorf mit dem täglichen Pendeln nach Oberviechtach gestaltet.

Alle drei erwarten den neuen Lebensabschnitt mit einer gewissen Spannung. Sie freuen sich darauf, "neue Leute zu treffen", denken aber an die Zeit an der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule bereits mit etwas Wehmut zurück. "Wir werden nicht alle Kontakte halten können", bedauert Susanne, während Doris den jüngeren Jahrgängen rät: "Genießt die Zeit mit euren Mitschülern." Vermissen werden sie "die Witze der Lehrer" und die familiäre Atmosphäre.

Fiona appelliert an die künftigen Entlassschüler: "Hinsetzen, lernen und Gas geben. Und dabei nicht zu viele Gedanken an die Prüfungen verschwenden." Mit ihrem Wechsel in den M-Zug gilt das auch für sie selber.

Berufsausbildung oder weiterhin zur Schule?

Abschlussklasse 9a/9b: Wechsel in die M 10 (3 Schüler), Berufsfachschule/Wirtschaftsschule (8), Duale Berufsausbildung (13), Berufsgrundschuljahr (3). Fünf haben noch keinen Ausbildungsplatz, fünf sind Wiederholer.

M 10: Fachoberschule (8 Schüler), Ausbildung zu Bauzeichner und Elektroniker (je 2). Arzthelferin, Schreiner, Zerspannungsmechaniker, Physiotherapeut, Forstwirt, Zimmerer, Heizungsbauer, Industriemechatroniker, Mechatroniker, Bankkaufmann und Bundesfreiwilligendienst (je 1). Zwei sind noch unschlüssig.

Bericht: Gertraud Portner (Der neue Tag vom30.07.2022)/Fotos: Gerlinde Lohrer


Bei der Entlassfeier wurden Doris Köppl (links) und Fiona Bauer (rechts) als Klassenbeste ausgezeichnet.

Susanne Trißl (vorne in der Mitte) wartet entspannt auf ihr Abschlusszeugnis der Mittleren Reife.


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