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Einsatz für geflüchtete Ukrainer: Oberviechtacher Schülerin wird geehrt

Diana Dekin hat nicht nur einen tollen Abschluss gemacht, sondern sich auch noch außergewöhnlich für Geflüchtete aus der Ukraine engagiert. Dafür wird sie jetzt von Markus Söder höchstpersönlich geehrt.

Eigentlich sollte Diana Dekin jetzt ihre wohlverdiente Freizeit genießen, schließlich hat sie am Donnerstag ihr Abschlusszeugnis entgegengenommen. Für das Gespräch mit Oberpfalz-Medien ist sie trotzdem noch einmal an die Doktor-Eisenbarth-Mittelschule zurückgekehrt, und auch nächsten Donnerstag steht noch einmal ein wichtiger Termin an.

Dann fährt sie gemeinsam mit Klassenleiter Thomas Schwingl und Schulleiter Werner Winderl nach München zur "Ehrung herausragender Absolventen der Staatskanzlei". Neben ihrem guten Schulabschluss - Note 1,7 - hat Diana Dekin sich nämlich auch noch durch besonderes soziales Engagement hervorgetan. Dafür gibt's eine Einladung von Ministerpräsident Markus Söder.

Aufgeregt vor diesem großen Tag ist sie schon, sagt Diana Dekin. Doch wofür die Ehrung nun eigentlich? Diana Dekin hat die Integration der ukrainischen Geflüchteten unterstützt. Sie selbst hat russische Wurzeln, spricht, liest und schreibt Russisch daher problemlos. Und mit der russischen und ukrainischen Sprache sei es ein bisschen wie mit Deutsch und Österreichisch, vergleicht die 16-Jährige. Es gebe zum Teil unterschiedliche Vokabeln, aber beide Sprachen sind sich dennoch sehr ähnlich. Gerade mit Menschen aus der Ostukraine sei die Verständigung besonders leicht, aber auch mit Geflüchteten aus dem Westen des Landes hat es letztendlich ganz gut geklappt. "Das war trotzdem kein Problem", sagt Diana Dekin.

Daher hat sie ihre Hilfe sofort angeboten, als in der Schule die Durchsage kam, wer dolmetschen kann, solle sich melden. "Ich will den Leuten helfen", sagt sie. Dann hat sie vor allem die ukrainischen Schüler der Willkommensgruppe in Oberviechtach beim Deutschunterricht unterstützt, aber auch beim Organisatorischen ausgeholfen: Im Sekretariat hat sie Daten aufgenommen, gedolmetscht, ukrainische Dokumente geprüft und übersetzt.

"Das wird nächstes Schuljahr schon schwieriger, wenn Diana weg ist", schätzt ihr Klassenlehrer Thomas Schwingl. "Ich finde das toll, wenn sich jemand so einbringt." Nicht nur bei den Geflüchteten aus der Ukraine habe Diana Dekin ihre Hilfe angeboten, schon davor hatte sie das Amt der Schülersprecherin inne. "Man weiß, wenn Diana etwas macht, hat das Hand und Fuß", lobt Schwingl seine Schülerin.

Die Oberviechtacherin ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, ihre Mutter stammt aus Sibirien und ist in den 90er Jahren nach Deutschland gekommen. Und obwohl Diana Dekin ihr Leben in Deutschland verbrachte, fühlt sie sich auch in Russland zu Hause. Wenn sie in Moskau auf einem der großen Plätze stehe, fühle sich das wie Heimat an, beschreibt sie. Wegen der momentanen Kriegslage und zuvor wegen der Corona-Pandemie hat sie nun aber schon länger keine Reise mehr dorthin unternommen. Und: das Essen, schwärmt Diana Dekin. Leider sei russisches Essen meist sehr aufwändig zuzubereiten, dafür aber sehr lecker.

Gerade momentan ist ihre Herkunft aber auch nicht immer leicht. Seit dem Krieg in der Ukraine merkt Diana Dekin auch, dass die Menschen ihr gegenüber Vorurteile haben. Manchmal, wenn sie in der Öffentlichkeit russisch spricht, merkt sie die negativen Reaktionen anderer Menschen oder es wird ihr etwas hinterhergerufen. "Das ist nicht schön", sagt sie.

Nun möchte Diana Dekin nach ihrem Abschluss aber erst einmal sorglos die freie Zeit genießen. Abgesehen von ihrem Nebenjob will sie bei dem Wetter viel Zeit draußen verbringen. Im September geht es für sie dann an die Fachoberschule in Weiden, da möchte Diana Dekin ihr Abitur machen. Sie hat große Ambitionen: Medizin oder Psychologie will sie vielleicht studieren, sie findet es interessant, wie der Mensch funktioniert, physisch wie psychisch. Und: "Weil ich den Menschen helfen möchte."

Für die Ehrung in München gelten folgende Voraussetzungen:

Wofür: hervorragende schulische Leistungen sowie außergewöhnliches soziales oder ehrenamtliches Engagement;
Für wen: Absolventen aller Schularten;
Durch wen: Staatsregierung, vertreten durch Ministerpräsident Markus Söder;
Wie viele: etwa zehn Schüler pro Regierungsbezirk.

Kristin Winderl (DnT)


Für ihren guten Abschluss und ihr besonderes ehrenamtliches Engagement an der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule wird Diana Dekin von der bayerischen Staatsregierung geehrt.

In der Willkommensgruppe werden ukrainische Schüler an der Mittelschule unterrichtet. Diana Dekin (rechts) hat sie mit ihren Sprachkenntnissen unterstützt.


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