Doktor-Eisenbarth-Mittelschule Oberviechtach
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Nationalsozialismus bis Cybermobbing: Projektwoche an der Mittelschule

"Schule ohne Rassismus": In einer Projektwoche beschäftigen sich Schüler der Oberviechtacher Mittelschule mit Nationalsozialismus, Ausgrenzung, Hass und Hetze.

Mit dem Vortrag von Ernst Grube, einem Zeitzeugen des Nationalsozialismus, bekam die Projektwoche "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule eine besondere Akzentuierung: Der 1932 in München als Sohn einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters geborene ehemalige Berufsschullehrer schilderte eindrucksvoll, wie der Familie die Wohnung weggenommen wurde und er mit sechs Jahren in ein Heim kam. "Ab Oktober 1941 musste der Judenstern getragen werden, eine sehr schwierige Zeit", erinnerte sich Grube. Im Februar 1945 kamen er und seine Mutter ins Konzentrationslager Theresienstadt.

Organisatorin und Projektleiterin Anja Pongratz hat für die Projektwoche für alle Jahrgangsstufen ein Programm aus verschiedenen Bausteinen, Vorträgen und Workshops zusammengestellt. Die Kosten für diese Veranstaltungen konnten vollständig durch Sponsorengelder gedeckt werden. Pongratz dankte dafür insbesondere dem Kreisjugendamt Schwandorf mit Stefan Kuhn, der Sparkasse Oberviechtach und der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Für die fünften und sechsten Klassen wurden die Themen "Gewalt, Ausgrenzung, Mobbing und Ausländerfeindlichkeit" gewählt. Die Polizei Oberviechtach hat in Workshops die Prävention von Gewalt und Cybermobbing mit den Schülern erarbeitet, Workshops zur Flucht unbegleiteter Jugendlicher durch den Jugendmigrationsdienst Schwandorf stellten deren Erfahrungen dar.

"Nationalsozialismus, Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit" waren die Schwerpunkte, mit dem sich die Achtklässler beschäftigten. Die neunten und zehnten Klassen thematisierten "Extremismus, Hass und Hetze sowie Zivilcourage". Ein Kommunikationstraining mit der Expertin für Rechtsextremismus Birgit Mair vermittelte, wie man auf rassistische Parolen und Verschwörungsideologien reagieren kann. Auch der Umgang mit Fake-News und Hassbotschaften im Internet stand auf dem Programm. Ein Vertreter der Justiz zeigte den Schülern anhand strafrechtlich relevanter Fälle die Konsequenzen für Jugendliche auf.

Theaterstücke des ue-Theaters Regensburg unter dem Titel "Ich bin doch kein Nazi, oder?!" nahmen verschiedene Thesen der Querdenker-Szene genau unter die Lupe, die im Anschluss mit den Schülern diskutiert wurden. Auch das "Pack ma's"-Projekt für eine Schule ohne Gewalt wurde in den Projekttag eingebaut. Ein Schulkinotag, bei dem altersgerechte Filme zu den behandelten Themen zur Verfügung gestellt wurden, ergänzte das breitgefächerte Programm. Die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung, "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen" bildete die passende Klammer für die Projektwoche.

Text: Elfriede Weiß (DnT)


Mit seinen 90 Jahren hält Ernst Grube Vorträge an Schulen, bei denen er die Verfolgung der Juden schildert und die Schüler sehr betroffen macht. (Foto: Werner Winderl)

Nach den Aufführungen des ue-Theaters Regensburg stellten sich Projektleiterin Anja Pongratz und die beiden Schauspieler zum Gruppenfoto. (Foto: Jürgen Dietl)


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