Interview mit Herrn Mauritz 
(Verabschiedung Januar 2003)

 

Herr Mauritz, Sie verlassen Ende Januar 2003 die Doktor-Eisenbarth-Schule und treten in den Ruhestand. Deshalb möchten wir gerne ein Interview mit Ihnen führen.

Herr Mauritz, was war für Sie das schönste  Erlebnis an dieser Schule?

Mein schönstes Erlebnis an dieser Schule war für mich immer und ist es auch heute noch, wenn frühere Schüler zu mir gekommen sind und sagten:„Herr Mauritz es war schön bei Ihnen und wir haben viel gelernt“. Das ist eines der schönsten Erlebnisse für mich gewesen.

Sie waren früher ja auch mal Schüler. Haben Sie da gespickt?

Ja, ich habe versucht etwas vom Nachbarn zu erwischen, aber nur vom Nachbarn!  Alles andere war mir zu gefährlich.

Wo sind Sie zur Schule gegangen?

hr meint die Volksschule. Also ich bin in Niederbayern gewesen, im Kreis Bogen. Das Dorf hieß Hunderdorf.   Dann bin ich ein dreiviertel Jahr in Oberviechtach gegangen und dann in Weiden an's Gymnasium.

Sie haben später den Beruf des Lehrers ergriffen. War Lehrer Ihr Wunschberuf?

Eigentlich nicht. Ich wollte Förster werden, doch als Förster hatte man damals kaum eine Möglichkeit, angestellt zu werden. Ohne Beziehungen wäre da überhaupt nichts gegangen. Und zu der damaligen Zeit wurden die Lehrer umworben, weil es zu wenige gab. Viele aus meiner Klasse sind  Lehrer geworden. Und in der letzten Klasse des Gymnasiums wurde man dann in Volksschulen  in und um  Regensburg gefahren, um sich umzuschauen. Und da es mir damals gefallen hat, bin ich Lehrer geworden.

Herr Mauritz, wie lange sind Sie schon an der Doktor-Eisenbarth-Schule?

Ich bin schon seit elfeinhalb Jahren an dieser Schule.

Wie alt waren Sie, als Sie ihre erste Unterrichtsstunde hielten?

Da muss ich erst nachrechnen. 1967 bin ich in den Schuldienst eingetreten. Mit 24 Jahren hielt ich meine erste Unterrichtsstunde.

An wie vielen Schulen waren Sie insgesamt?

Ich war  in Schneeberg, das war meine erste Stelle. Dann hätte ich nach Winklarn kommen sollen, doch diese Schule wurde 1968 aufgelöst. Ich wurde dann nach Seebarn versetzt. Ich hatte mich bereits dort vorgestellt und drei Tage vor Schulbeginn bekam ich dann ein Schreiben vom Schulamt, dass ich nach Pertolzhofen komme. So war ich später in Pertolzhofen. Pertolzhofen wurde dann mit Niedermurach zusammengelegt. So war ich dann ein paar Jahre später  in der Schule Niedermurach-Pertolzhofen. Und zwischendurch habe ich dann mal ein Jahr an der Sonderschule ausgeholfen, weil die keinen Lehrer hatten. Da hatte ich dann die Klassen vier bis acht. Im Jahre 1991 bin ich dann nach Oberviechtach gekommen, weil es in Niedermurach zu wenig Kinder  gab. Die fünfte und sechste Klasse wurde aufgelöst. Ich hatte immer dritte und vierte Klassen. Und in die dritte und vierte Klasse wollte dann der Schulleiter hinein. Also hätte ich Klasse eins und zwei nehmen müssen.Das wollte ich nicht und so habe  ich  nach Oberviechtach an die Schule gewechselt.

Welche Fächer haben sie bisher unterrichtet?

Ich habe alle Fächer unterrichtet, außer Hauswirtschaft und Handarbeit.

Was war ihr Lieblingsfach, Herr Mauritz?

Vor allem Biologie, das Fach mochte ich besonders.

Erinnern Sie sich gerne an Ihre eigene Schulzeit zurück?

Zum größten Teil, es gab aber auch sehr schlechte Zeiten, wo man sich nicht gerne zurückerinnert.

Was machen Sie, wenn Sie im  Ruhestand sind?

Ich werde das Rentnerdasein genießen. Ich werde mich mit meinen Hobbys beschäftigen, vor allem mit Tiffany-Glasarbeiten. Das sind farbige Gläser. Auch Schnitzen zählt zu meinen Hobbys. Ich habe genügend zu tun.

Fällt es Ihnen schwer, die Schule zu verlassen?

Nein, seitdem ich so große Schwierigkeiten mit meiner Gesundheit habe, bin ich eigentlich froh, aufhören zu können. Wenn man an vielen Tagen mit Schmerzen in die Schule gehen muss und dann noch einen anständigen Unterricht halten soll, ist das nicht einfach. Wenn man das nicht mehr kann, glaub ich, ist jeder froh, wenn  er aufhören kann.

Herr Mauritz, ist ein großer Unterschied zwischen Schule früher und Schule heute?

Ja. Es war damals einfacher. Aber man kann das nicht so pauschal sagen. Es gibt sehr unterschiedliche Klassen. Aber im großen und ganzen war es leichter. Ich hatte 1970 etwa 46 Schüler und damals war es einfacher  mit der Disziplin. Heute ist es viel schlimmer mit der Disziplin. Die Schüler sind nicht mehr so ruhig wie früher. Jetzt muss man öfter ermahnen.

Herr Mauritz, gab es eine Klasse, an die Sie sich gerne zurückerinnern?

Ja, es gibt mehrere. Ich kenne immer noch die Schüler aus meinem ersten Jahr als Lehrer, die ich aus der Schule entlassen habe. Damals hatte man ja nur acht Jahre. Die treffe ich auch heute noch. Dann sind da Mädchen aus einer dritten Klasse, die waren so phantastisch. So eine Klasse hatte ich nie mehr. An eine Klasse erinnere ich mich besonders gern. Als ich nach Oberviechtach kam, hatte ich die Klasse in Niedermurach bereits im dritten und  vierten Schuljahr. Mit dieser Klasse bin ich dann nach Oberviechtach gekommen. Dann hatte ich sie noch einmal zwei Jahre, also insgesamt vier Jahre hintereinander. Das war eine recht nette Klasse, die ich gerne unterrichtete.

Herr Mauritz, wir bedanken uns für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen im Ruhestand vor allem Gesundheit und viel Spaß bei Ihren weiteren Aktivitäten.